Wie ein Fax funktioniert
Von der eingescannten Seite bis zum ausgedruckten Dokument am anderen Ende, Schritt für Schritt.
Ein Fax wandelt eine Seite in ein Schwarzweißbild um, komprimiert dieses Bild und überträgt es als Tonsignal über eine Telefonleitung. Das empfangende Gerät geht den Weg zurück und druckt die Seite. Der gesamte Austausch folgt der Norm ITU-T T.30, veröffentlicht 1980 und bis heute gültig: Sie beschreibt, wie sich die beiden Geräte erkennen, sich auf eine Geschwindigkeit einigen, jede Seite übertragen und bestätigen.
Die fünf Phasen einer Übertragung
Ein Faxanruf ist keine bloße Datenübertragung, sondern ein Dialog, in dem jede Seite einzeln vereinbart wird.
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Verbindungsaufbau
Das sendende Gerät wählt. Der Empfänger antwortet mit einem Ton, der ihn als Fax ausweist — jenes charakteristische Pfeifen, das Sie hören, wenn Sie versehentlich abheben.
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Aushandlung der Fähigkeiten
Beide Geräte nennen, was sie können: Auflösung, Seitenformat, Komprimierungsverfahren, Höchstgeschwindigkeit. Sie einigen sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner und prüfen die Leitung, um eine tragfähige Rate zu wählen.
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Übertragung der Seite
Das Bild wird Zeile für Zeile komprimiert gesendet. Das Signal wird in hörbaren Ton moduliert: Deshalb läuft ein Fax über eine gewöhnliche Telefonleitung — und nur darüber.
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Bestätigung der Seite
Der Empfänger meldet, ob die Seite fehlerfrei ankam. Bei einem Fehler kann die Seite erneut gesendet werden: Bestätigt wird jede Seite, nicht das Dokument.
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Freigabe der Leitung
Ist die letzte Seite bestätigt, legen beide Geräte auf. Genau diese Schlussbestätigung macht eine belastbare Empfangsbestätigung möglich.
Auflösung und Dauer
Zwei Auflösungen dominieren: die Standardauflösung mit rund 204 × 98 dpi und die feine mit rund 204 × 196. Die zweite verdoppelt die vertikale Auflösung — und damit die Lesbarkeit kleiner Schrift — und verdoppelt auch das zu übertragende Volumen. MondialFax sendet in hoher Auflösung.
Die Geschwindigkeit reicht von 9,6 kbit/s bei älteren Modems bis 33,6 kbit/s bei neueren. Eine Textseite braucht daher zehn Sekunden bis eine Minute. Ausschlaggebend ist nicht die Dateigröße, sondern die Menge an Schwarz auf der Seite: Ein dichtes Dokument dauert länger als eine fast leere Seite.
Fax und VoIP
Fax wurde für einen durchgehenden analogen Kanal entworfen, auf dem das Signal geordnet und ohne Unterbrechung ankommt. Eine VoIP-Leitung zerlegt das Gespräch in Pakete, die verspätet, in falscher Reihenfolge oder gar nicht eintreffen. Bei menschlicher Sprache gleicht das Ohr das aus. Für ein Faxmodem verfälscht jedes fehlende Paket das Bild.
Hinzu kommen Verfahren, die für Sprache gedacht und für Fax schädlich sind: Echokompensation, Sprachpausenunterdrückung, Komfortrauschen. Sie beschädigen ein Signal, das das Modem unverändert erwartet.
Die normierte Antwort ist das T.38-Protokoll: Das Gateway demoduliert das Fax am Rand des IP-Netzes, transportiert die Seitendaten als Pakete und moduliert sie am Ausgang wieder auf. Das analoge Signal durchquert das Internet nie. Nicht jeder Anbieter unterstützt es — und es ist das Erste, was zu prüfen ist, wenn ein Fax nach einem Leitungswechsel nicht mehr durchgeht.
Was Sie mitnehmen sollten
- Ein Fax überträgt ein Bild, keinen Text: Der Empfänger bekommt eine Fotografie Ihrer Seite, keine weiterverwendbare Datei.
- Bestätigt wird Seite für Seite — das macht die Empfangsbestätigung belastbar und erklärt, warum sich das Fax in Justiz und Medizin hält.
- Ein Fax erreicht nur eine Festnetznummer mit Faxtechnik dahinter: weder ein Mobiltelefon noch eine E-Mail-Adresse.
Häufige Fragen
- Warum macht ein Fax dieses schrille Geräusch?
- Weil das Bild als Ton übertragen wird. Was Sie hören, ist das modulierte Signal: der Rufton, die Aushandlung zwischen beiden Geräten und dann die Seitendaten selbst.
- Kann man ein Fax in Farbe senden?
- Die Norm sieht einen Farbmodus vor, doch er ist kaum implementiert. In der Praxis wird ein Fax schwarzweiß übertragen: Abstufungen werden in Punkte umgesetzt, weshalb Fotos gerastert wirken.
- Warum geht mein Fax nicht mehr durch, seit ich den Anbieter gewechselt habe?
- Meist weil Ihre Leitung ohne T.38-Unterstützung auf VoIP umgestellt wurde. Das Faxsignal verträgt weder Paketverlust noch Echokompensation. Das ist der erste Punkt, den Sie beim Anbieter klären sollten.
- Ist ein Fax verschlüsselt?
- Das T.30-Protokoll selbst sieht keine Verschlüsselung vor: Über eine analoge Leitung wird im Klartext übertragen. Online-Dienste verschlüsseln zwar die Strecke zwischen Ihnen und ihren Servern — MondialFax tut das —, doch der letzte Abschnitt bis zum Faxgerät bleibt der des Telefonnetzes.
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