Kurze Antwort: 2026 erledigt eine auf Ihrem Computer installierte „kostenlose Fax-Software" nur die Hälfte der Arbeit. Sie formatiert das Dokument, verwaltet ein Adressbuch und erstellt einen Sendebericht – doch sie benötigt zwei Dinge, die kein Download mitliefert: ein Faxmodem (intern, per USB oder in einem Multifunktionsdrucker integriert) und eine Telefonleitung, die einen Faxanruf übertragen kann. Wenn Sie beides haben, existieren kostenlose Werkzeuge und funktionieren einwandfrei: Windows-Fax und -Scan, die Druckdienste von macOS mit einem kompatiblen Modem, HylaFAX oder efax unter Linux, die Faxfunktion von Routern und Multifunktionsgeräten. Wenn Sie weder Modem noch Leitung haben – inzwischen der häufigste Fall, besonders im Ausland, wo das Kupfernetz schneller abgeschaltet wird als in Frankreich – dann ist Software schlicht die falsche Lösungskategorie: Sie brauchen einen Online-Faxdienst, und für einen einmaligen Versand genügt ein kostenloser Dienst wie das Formular auf der Startseite.
Über MondialFax. Dieser Artikel ist ein technischer Leitfaden, unabhängig von jedem Softwarehersteller. MondialFax versendet Faxe kostenlos und ohne Anmeldung an sieben Ziele (Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Kanada) direkt aus dem Browser, ohne Software und ohne Modem. Es vergibt keine Nummer und bietet keinen Empfang: Die hier erwähnten Empfangsszenarien setzen einen Drittanbieter voraus. Siehe Fax empfangen.

Das grundlegende Missverständnis: Software ≠ Leitung
Hinter der Suche nach „kostenloser Fax-Software" steht fast immer eine andere Frage: Wie sende ich ein Fax von meinem Computer, ohne ein Gerät zu besitzen? Beides deckt sich nicht – und genau daraus entstehen die meisten Enttäuschungen.
Ein Fax ist ein Telefonanruf, während dessen zwei Maschinen ein Protokoll aushandeln (T.30 im Festnetz, T.38 bei Voice over IP) und ein Bild Zeile für Zeile übertragen. Fax-Software ist also ein Treiber: Sie wandelt Ihr PDF in ein Bitmap-Bild im richtigen Format um (A4, 204 × 196 Punkte pro Zoll im Feinmodus), wählt die Nummer über ein Modem, überwacht die Signaltöne und protokolliert das Ergebnis. Ohne Modem hat sie nichts zu steuern. Das ist genauso, als würden Sie eine Drucksoftware ohne Drucker installieren.
Drei praktische Konsequenzen:
- Ein aktueller Laptop hat kein Modem mehr. Die letzten internen Analogmodems verschwanden um 2010 aus Consumer-Geräten. Sie brauchen ein externes USB-Faxmodem, das es für einige Dutzend Euro noch problemlos gibt, als 56k-V.92-Variante mit RJ11-Buchse.
- Ein Glasfaser-Router bietet keine zuverlässige Faxleitung. Der Telefonanschluss eines Routers überträgt Voice over IP. Fax funktioniert dort manchmal, scheitert aber häufig – ein Thema, das wir in Fax über VoIP: Warum T.38 scheitert ausführlich behandelt haben.
- Außerhalb Frankreichs verschwindet das Kupfernetz schneller. In Deutschland hat die Deutsche Telekom den Großteil ihrer „All-IP"-Migration bereits 2018 abgeschlossen; in Portugal und Spanien haben Altice und Telefónica ihre Kupfer-Vermittlungsstellen in Wellen abgeschaltet; in Kanada setzen Bell und Telus auf Glasfaser und Fixed Wireless. Fax-Software findet dort also oft überhaupt keine analoge Leitung vor. Siehe unsere Seite Ende des Festnetzes: Was wird aus meinem Fax.
Was es kostenlos gibt – System für System
Windows 10 und 11: „Windows-Fax und -Scan"
Microsoft liefert weiterhin das historische Werkzeug Windows Fax and Scan (wfs.exe) mit, ein Erbe aus Windows XP, das als optionale Funktion auch in Windows 11 noch enthalten ist. Damit lassen sich Faxe erstellen, Dokumente importieren, ein Deckblatt hinzufügen und ein Sendeprotokoll einsehen. Es ist zudem als virtueller Drucker verfügbar: in jeder Anwendung über „Drucken → Fax".
Seine Grenzen sind deutlich:
- es setzt ein von Windows erkanntes Faxgerät voraus (Analogmodem oder Netzwerk-Faxserver);
- es kann nicht mit einem Online-Faxdienst kommunizieren;
- die Mehrbenutzerkonfiguration läuft über die Rolle Faxserver der Server-Editionen und ist für einen einzelnen Arbeitsplatz nicht erreichbar.
Anders gesagt: kostenlos, ja; eigenständig, nein.
macOS: das allmähliche Verschwinden der Systemfaxfunktion
Apple hat Fax lange in den Druckdialog integriert – ein Erbe der Macs mit internem Modem. Seit dem Ende der Apple-Modems lässt sich die Funktion nur noch aktivieren, wenn ein USB-Modem einen CUPS-kompatiblen Treiber bereitstellt, was selten geworden ist. In der Praxis erscheint auf einem Mac des Jahres 2026 die Option „Fax" nur, wenn Sie über ein Netzwerk-Multifunktionsgerät mit Faxmodul gehen – und dann erledigt der Treiber des Herstellers (Brother, Canon, HP, Epson) die Arbeit.
Linux und BSD: HylaFAX, efax, mgetty
Hier ist freie Software am stärksten. HylaFAX+ ist ein echter Faxserver: Warteschlange, Wiederholungsversuche, Weiterleitung eingehender Faxe an E-Mail, Steuerung mehrerer Modems. efax und mgetty+sendfax genügen für einen Einzelplatz. In Kombination mit Asterisk und dem T.38-Modul erlauben sie sogar das Faxen ohne Kupferleitung – über einen SIP-Anbieter, der das Protokoll korrekt unterstützt.
Kostenlos ist das dennoch nicht: Der Preis ist Administrationszeit. Für eine Einzelperson, die drei Faxe pro Monat sendet, ist der Aufbau eines HylaFAX wirtschaftlich absurd. Für eine Krankenhausabteilung oder eine Praxis mit fünfzig eingehenden Seiten pro Tag ist er dagegen eine solide Grundlage – wir vergleichen beide Ansätze in interner Faxserver oder Cloud-Fax.
Die mit Multifunktionsgeräten gelieferte Software
Unterschätzen Sie sie nicht: Wenn Sie einen Multifunktions-Laserdrucker mit Faxfunktion besitzen, liefert der Hersteller ein kostenloses PC-Fax-Dienstprogramm mit, das direkt vom Computer sendet, ohne den Scanner zu nutzen. Für ein Büro, das Gerät und Leitung schon hat, ist das oft die einfachste Lösung. Vorausgesetzt, die Eingangsqualität stimmt: Ein Dokumentenscanner mit automatischem Einzug verändert die Lesbarkeit stärker als jede Softwareeinstellung, wie in unserem Leitfaden zum unlesbaren Fax erläutert.
Mobile Apps „Gratis-Fax"
Unter iOS und Android sind Apps mit dem Titel „Gratis-Fax" fast ausnahmslos Clients kostenpflichtiger Dienste: Die App ist gratis, der Versand verbraucht Guthaben, das per Wochenabo gekauft wird. Drei Punkte zur Vorsicht:
- prüfen Sie den tatsächlichen Preis des ersten Versands jenseits der Testseite;
- prüfen Sie die angeforderten Berechtigungen: Eine Fax-App braucht weder Ihre Kontakte noch Ihren Standort;
- prüfen Sie, was mit den gesendeten Dokumenten geschieht: Ein Fax enthält häufig Gesundheits- oder Personenstandsdaten, was unter die DSGVO fällt – ausführlich in Vertraulichkeit beim Fax.

Die Entscheidungstabelle
| Ihre Situation | Die passende Lösung | Tatsächliche Kosten |
|---|---|---|
| Modem + noch aktive analoge Leitung | Windows Fax and Scan, PC-Fax des Herstellers | 0 € |
| Multifunktions-Faxgerät bereits im Netzwerk | Dienstprogramm des Herstellers | 0 € |
| Mehrere Arbeitsplätze, tägliches Volumen, Linux verfügbar | HylaFAX+ (+ T.38, wenn kein Kupfer mehr) | Administrationszeit |
| Weder Modem noch Leitung, gelegentliche Sendungen | Kostenloser Online-Faxdienst, direkt im Browser | 0 € |
| Weder Modem noch Leitung, Empfang nötig | Fax-to-E-Mail-Anbieter mit eigener Nummer | Abonnement |
| Sendungen ins Ausland (Québec, Deutschland, Italien …) | Online-Dienst, keine lokale Software | variabel |
Die letzte Zeile verdient eine Ausführung, denn sie ist für die Leser dieser Website der häufigste Fall.
Der grenzüberschreitende Fall: Warum lokale Software verliert
Stellen wir uns einen französischen Auswanderer in Montréal vor, der ein Formular an eine Behörde in Québec übermitteln muss, oder ein mittelständisches Unternehmen aus Lyon, das einen Schriftsatz an ein deutsches Gericht sendet. Lokale Software häuft hier die Nachteile.
Die Kosten des internationalen Anrufs. Ein über ein Modem gesendetes Fax wird wie ein Ferngespräch abgerechnet. Zehn Seiten nach Kanada bedeuten mehrere Gesprächsminuten – multipliziert mit den Wiederholungsversuchen. Ein Online-Dienst bündelt diese Minuten.
Die Zeitverschiebung. Ein Bürofaxgerät in Québec antwortet zwischen 8 und 17 Uhr Ostküstenzeit, also 14 bis 23 Uhr in Paris. Lokale Software lässt Sie zwar den Sendezeitpunkt planen, aber die Rechnung müssen Sie selbst anstellen. Eine Wanduhr mit zwei Zeitzonen in einem Büro, das mit Nordamerika arbeitet, verhindert mehr Fehler, als man denkt.
Die Nummernformate. Das Wählen über ein Modem verlangt die richtige Amtskennzahl, die Ländervorwahl, manchmal das Weglassen der führenden Null. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land: Wir haben sie im Verzeichnis der Vorwahlen zusammengefasst.
Die Verfügbarkeit des Kanals beim Empfänger. Selbst perfekt konfiguriert ändert Ihre Software nichts daran, wenn der Empfänger auf einen verpflichtenden digitalen Kanal umgestiegen ist: beA für deutsche Rechtsanwälte, PEC in Italien, registro electrónico in Spanien, eBox in Belgien, die Online-Dienste von Revenu Québec und IRCC in Kanada. Zuerst den erwarteten Kanal prüfen, erst danach das Sendewerkzeug: Das ist die logische Reihenfolge, ausgeführt in Telefax in Québec 2026.
Wenn Sie am lokalen Aufbau festhalten: die ehrliche Einkaufsliste
Für einen Arbeitsplatz, der wirklich autonom faxen soll, müssen Sie Folgendes zusammenbringen – und das ist von Anfang bis Ende selten kostenlos.
- Ein USB-Faxmodem V.92 mit gepflegtem Treiber für Ihr System. Prüfen Sie vor dem Kauf ausdrücklich die Kompatibilität mit Windows 11 oder einem aktuellen Linux-Kernel.
- Eine Leitung, die Fax überträgt. Entweder ein Kupferrest oder ein analoger Telefonadapter (ATA), der mit einem SIP-Anbieter verbunden ist, der T.38-Unterstützung zusichert. Der ATA ist die Komponente, die in Budgets regelmäßig vergessen wird.
- Ein RJ11-Telefonkabel in ausreichender Länge – die mitgelieferten Flachkabel messen 30 cm und zwingen dazu, den Laptop auf den Boden zu legen.
- Eine kleine USV für den Schreibtisch, wenn der Empfang eine kurze Stromunterbrechung überleben muss: Ein mitten in der Seite abgebrochenes Fax ist ein verlorenes Fax.
- Konservative Einstellungen: Geschwindigkeit auf 9.600 bit/s begrenzt, Fehlerkorrektur ECM bei wiederholten Fehlschlägen deaktiviert, Feinmodus statt Fotomodus. Die vollständige Diagnose finden Sie in Mein Fax geht nicht durch.
Und bei den Dokumenten: Die Ausgangsqualität zählt mehr als die Software. Ein Papierschneider, um fotokopierte Seiten sauber auszurichten, oder einfache transparente A4-Klarsichthüllen, um empfindliche Originale vor dem Einzug zu schützen, verhindern die Hälfte aller Papierstaus und schiefen Seiten.

Kostenlos, ja – aber kostenlos für was?
Man muss drei Formen von „kostenlos" unterscheiden, die nicht denselben Wert haben.
Kostenlose Software: Das Werkzeug kostet nichts, aber Sie zahlen Hardware, Leitung und Gesprächsgebühren. Sinnvoll, wenn die Infrastruktur bereits vorhanden ist.
Kostenloser Online-Dienst für den Versand: Sie zahlen weder Software noch Hardware noch Gesprächsgebühren. Im Gegenzug müssen Sie mit Grenzen rechnen – Seitenzahl, Anzahl der Sendungen pro Tag, keine Empfangsnummer. Das ist das Modell von MondialFax, dessen Obergrenzen in den häufig gestellten Fragen erläutert werden. Für einen einmaligen Versand an eines der sieben bedienten Ziele ist das der kürzeste Weg.
Die kostenlose Testphase eines Bezahldienstes: nützlich, wenn Sie eine Empfangsnummer benötigen, denn Empfangen setzt zwingend voraus, dass ein Anbieter eine Nummer für Sie reserviert und unterhält – und das kann auf Dauer nicht kostenlos sein.
Ein oft übersehener letzter Punkt: Massenversand bleibt reguliert. Lokale Software erlaubt es technisch, tausend Faxe zu senden, doch in der Europäischen Union setzt Werbung per Fax die vorherige Einwilligung des Empfängers voraus, und in Kanada gelten die CRTC-Regeln zu unerwünschter Telekommunikation für das Fax genauso wie für automatisierte Anrufe. Ein kostenloser Dienst blockiert Fax-Mailings daher in der Regel – und das schützt den Absender ebenso wie den Empfänger.
Häufige Fragen
Gibt es eine Software, die ohne Modem und Leitung ein Fax sendet?
Eine Software, die das allein tut: nein. Eine Software, die einen entfernten Dienst steuert: ja – genau das leisten die Desktop-Clients der Cloud-Fax-Anbieter und die virtuellen Drucker, die sie installieren. Die Intelligenz sitzt jedoch serverseitig, und dahinter steht ein Konto. Für einen einfachen Versand genügt der Browser: siehe die entsprechende Frage in den häufig gestellten Fragen.
Gibt es Windows Fax and Scan unter Windows 11 noch?
Ja, als optionale Funktion, und es ist weiterhin funktionsfähig. Ohne angemeldetes Faxgerät nützt es jedoch nichts. Microsoft hat seit über zehn Jahren keine bedeutende Funktion mehr ergänzt.
Genügt ein USB-Modem, wenn ich Glasfaser habe?
Nicht, indem Sie das Modem einfach an die Telefonbuchse des Routers stecken. Der Anbieter muss T.38 korrekt unterstützen oder ein hochwertiger ATA muss die Umwandlung übernehmen – und Sie müssen Restfehler akzeptieren. Für regelmäßige Sendungen ins Ausland ist der von einem Anbieter beherrschte IP-Weg zuverlässiger.
Und auf Chromebook, iPad oder Android-Tablet?
Für diese Plattformen existiert kein Faxmodem-Treiber. Der einzige Weg ist ein Online-Dienst über den Browser oder eine Client-App. Das ist einer der Fälle, in denen sich die Frage nach der Software gar nicht stellt.
Ist freie Software für eine kleine Organisation geeignet?
HylaFAX+ ist robust, setzt aber einen Administrator, Monitoring und Backups voraus. Unterhalb von etwa zehn Seiten pro Tag übersteigen die Personalkosten die eines Abonnements. Darüber – und besonders bei Aufbewahrungspflichten – kippt die Rechnung in die andere Richtung, siehe Faxe archivieren.
Zum Mitnehmen
- Kostenlose Fax-Software ist ein Treiber, kein Netzbetreiber: ohne Modem und Leitung sendet sie nichts.
- Windows Fax and Scan, HylaFAX+, efax und die PC-Fax-Dienstprogramme der Multifunktionsgeräte sind wirklich kostenlos – sofern die Hardware schon vorhanden ist.
- Auf aktuellem macOS, Chromebooks und Tablets ist der lokale Softwareweg praktisch verschlossen.
- Außerhalb Frankreichs macht die Abschaltung des Kupfernetzes (Deutschland, Spanien, Portugal, Kanada) den lokalen Aufbau noch fragiler.
- Für einen einmaligen oder grenzüberschreitenden Versand ist ein Online-Dienst günstiger und scheitert seltener; zum Empfangen braucht es eine Nummer und damit einen kostenpflichtigen Anbieter.
- Prüfen Sie vor der Wahl des Werkzeugs, ob der Empfänger Fax überhaupt noch akzeptiert und ob nicht ein offizieller Kanal (beA, PEC, eBox, registro electrónico, kanadische Online-Dienste) an seine Stelle getreten ist.
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