Kurze Antwort: 2026 rechtfertigt sich der Kauf eines neuen Faxgeräts nur noch in vier Situationen — bei einem Bedarf an sofortigem Papierempfang ohne verlässliche IT, bei einer branchenspezifischen Vorgabe, die einen physischen Empfangsnachweis verlangt, an einem abgelegenen Standort mit schlechter Internetverbindung, aber noch aktiver Kupferleitung, oder beim Notfallersatz eines defekten Geräts in einem bereits abgeschriebenen Bestand. In allen anderen Fällen ist die lohnendste Ausgabe kein Fax: Es ist ein ordentlicher Scanner plus ein Online-Dienst für Versand und Empfang. Und wenn Sie trotzdem kaufen, zählen zwei Kriterien mehr als der Preis: die Kompatibilität mit einem SIP-/T.38-Gateway und das Vorhandensein der Fehlerkorrektur ECM.
Über MondialFax. Dieser Artikel ist ein unabhängiger Kaufratgeber: Wir verkaufen keine Hardware und sind mit keinem Hersteller verbunden. MondialFax versendet Faxe kostenlos und ohne Registrierung in sieben Zielländer (Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Kanada). Es vergibt keine Faxnummer und bietet keinen Empfang: Die hier erwähnten Empfangsszenarien setzen einen Drittanbieter voraus. Siehe Fax empfangen und unseren Ratgeber Fax-to-E-Mail.
Diese Frage erreicht uns häufiger, als man meinen würde: „Unser Fax ist kaputt – kaufen wir ein neues?“ Sie kommt von einer Pflegepraxis, von einer Gemeinde mit 900 Einwohnern, von einer Spedition, von einem Notariat. Und die ehrliche Antwort lautet nie „Nein, Fax ist tot“. Sie beginnt immer mit einer Gegenfrage: Was hat das Gerät eigentlich wirklich für Sie getan?
Denn ein Faxgerät verschickt in einer Organisation fast nie nur Faxe. Es scannt, kopiert, druckt, dient als Eingangskorb für Post und erzeugt eine Papierspur, die jemand an eine Akte heften kann. Einfach „ein Fax“ nachzukaufen, ohne diese Nutzungen aufgelistet zu haben, ist der sicherste Weg, 400 € für eine Funktion auszugeben, die man dreimal im Jahr braucht.

Der entscheidende Kontext: die Leitung, nicht das Gerät
Ein analoges Faxgerät braucht nur eines, um zu funktionieren: ein Kupferadernpaar mit Wählton. Und genau diese Ressource verschwindet.
Orange hat den Vertrieb neuer Analoganschlüsse (RTC) bereits im November 2018 eingestellt und danach die technische Abschaltung des Fernsprechnetzes gebietsweise vorangetrieben, unter Aufsicht der Arcep. Hinzu kam seither die schrittweise Abschaltung des Kupfernetzes selbst — also jenes Netzes, das auch ADSL trägt — mit einem mehrfach überarbeiteten Zeitplan und Jahr für Jahr angekündigten Gemeindepaketen, zuletzt etwa im Département Essonne und in weiteren Regionen.
Praktische Folge: Die Telefondose an Ihrer Wand wird nicht ewig funktionieren. Je nach Adresse kann sie noch einige Jahre aktiv bleiben — oder bereits auf einen von Ihrem Router bereitgestellten ATA-Adapter umgestellt worden sein. Im zweiten Fall spricht Ihr neues Fax nicht mehr mit einer analogen Leitung, sondern mit Voice over IP, mit allen Unwägbarkeiten von Komprimierung, Jitter und Paketverlust.
Bevor Sie also überhaupt einen Katalog aufschlagen, stellen Sie sich drei Fragen:
- Ist meine Faxleitung noch ein echter Analoganschluss oder bereits ein FXS-Port am Router?
- Falls sie schon auf VoIP läuft: Unterstützt mein Anbieter T.38 oder zwingt er mich zu G.711-Pass-through?
- Muss ich empfangen oder nur senden?
Die letzte Frage ist die entscheidendste. Zum Senden braucht es kein Gerät: Ein Onlinedienst genügt, und in mehrere Zielländer ist er kostenlos. Der Empfang setzt dagegen eine zugewiesene Nummer voraus — also einen Anbieter, ein Abonnement und eine Architekturentscheidung. Diesen Punkt behandeln wir ausführlich in unserem Artikel über die Faxnummer nach dem Analog-Aus behalten.
Die vier Profile, für die sich ein Kauf noch verteidigen lässt
1. Sofortiger Papierempfang ohne verlässliche IT
Es gibt noch Umgebungen, in denen das Dokument von allein auf Papier herauskommen muss, ohne dass ein Mensch ein Postfach öffnet. Ein Bereitschaftsraum, ein rund um die Uhr besetzter Empfang, ein Rufbereitschaftsdienst. Fax-to-E-Mail verliert hier seinen Vorteil: Niemand hat Zeit, ein Postfach zu prüfen — und der Netzwerkdrucker weckt eben niemanden.
In genau diesem Fall bleibt ein Laser-Multifunktionsgerät mit Faxmodul sinnvoll — unter einer Bedingung: Jemand muss den Papier- und Tonerstand im Blick behalten. Ein Vorrat an kompatiblem Lasertoner im Schrank verhindert den Freitagabend-Ausfall, bei dem das Fax zwar korrekt empfängt, aber weiße Seiten druckt.
2. Branchen- oder vertragliche Vorgaben
Manche Branchen schreiben das Fax in ihren internen Abläufen weiterhin vor: Logistik und Speditionsvermittlung, Bauversicherung, Kontakte mit bestimmten ausländischen Behörden. Das Fax ist rechtlich nicht verpflichtend — der Beweiswert eines Fax unterliegt der richterlichen Würdigung, wie wir in unserer Analyse zur Rechtsgültigkeit des Fax darlegen — aber es kann vertraglich oder durch die Gewohnheit eines Auftraggebers vorgeschrieben sein. Solange der Kunde zahlt und ein Fax verlangt, wiegt das technische Argument wenig.
3. Der abgelegene Standort
Funkloch, Lagerhalle, landwirtschaftlicher Betrieb, Baustelle mit launischer 4G-Verbindung: Wenn das Internet instabil ist, das Kupfer aber noch hält, bleibt das analoge Fax paradoxerweise zuverlässiger als E-Mail. Ein Restfall, der mit der Kupferabschaltung verschwinden wird — aber es gibt ihn noch.
4. Der Notfallersatz in einem abgeschriebenen Bestand
Sie haben drei baugleiche Geräte, einen Verbrauchsmaterialvorrat, eine schriftliche Arbeitsanweisung — und eines davon gibt auf. Das gleiche Modell nachzukaufen ist oft günstiger, als in der Eile die gesamte Organisation neu zu denken. Das ist eine Entscheidung für Kontinuität, keine Architekturentscheidung — aber sie ist legitim.

Die technischen Kriterien, die wirklich zählen
Datenblätter heben Zahlen ohne jeden Nutzen hervor — Modemgeschwindigkeit 33,6 kbit/s, Speicher für 500 Seiten — und verschweigen jene, die darüber entscheiden, ob das Gerät Ihre Installation übersteht. Hier die richtige Rangfolge.
| Kriterium | Warum es entscheidend ist | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| ECM (Error Correction Mode) | Überträgt beschädigte Blöcke erneut, statt einen schwarzen Balken stehen zu lassen | Aktivierbar und standardmäßig aktiv |
| Geschwindigkeits-Fallback | Ermöglicht das Absenken auf 14,4 und dann 9,6 kbit/s bei schlechter Leitung | Manuell zugängliche Einstellung |
| Automatischer Duplex-Vorlageneinzug (ADF) | Der eigentliche tägliche Zeitgewinn | Mindestens 35 Seiten |
| Empfangsspeicher | Speichert Seiten, wenn Papier oder Toner fehlen | ≥ 200 Seiten |
| Seitenkosten | Der dominierende Posten über fünf Jahre | Toner mit hoher Reichweite verfügbar |
| Scan-to-E-Mail / SMB | Ermöglicht den schrittweisen Ausstieg aus dem Papier | Unverzichtbar |
Beachten Sie: T.38 ist kein Häkchen auf dem Faxgerät — es ist ein Protokoll, das vom Gateway oder vom Anbieter verwaltet wird, nicht vom analogen Gerät. Was Sie suchen, ist ein tolerantes Faxgerät: eines, das langsam startet, seine Geschwindigkeit zurücknimmt und nicht beim ersten Moment der Stille auflegt. Läuft Ihre Installation über VoIP, planen Sie einen ATA-Telefonadapter einer anerkannten Marke ein statt des FXS-Ports eines Consumer-Routers: Dort sind Jitter-Buffer und Codec einstellbar, was oft den Unterschied zwischen 20 % und 90 % erfolgreich zugestellten Faxen ausmacht. Diese Einstellungen behandeln wir ausführlich in Fax über VoIP: Warum T.38 scheitert.
Laser oder Tintenstrahl?
Beim Fax ist die Frage schnell entschieden. Tinte trocknet ein: Ein Gerät, das vier Faxe im Monat empfängt, wird zwischen zwei Einsätzen verstopfte Düsen haben, und die automatische Reinigung verbraucht mehr Tinte als der Druck selbst. Der Monochrom-Laser ist die Standardwahl für einen Faxarbeitsplatz: über die Zeit stabiles Verbrauchsmaterial, niedrige Seitenkosten, feuchtigkeitsunempfindlicher Ausdruck.
Die Rechnung, die niemand aufmacht: die realen Kosten über fünf Jahre
Nehmen wir ein konkretes Beispiel mit Größenordnungen, wie sie 2026 auf dem französischen Markt zu beobachten sind — prüfen Sie sie bei Ihrem Händler nach, Preise ändern sich.
| Posten | Laser-Multifunktionsgerät mit Fax | Online-Faxlösung |
|---|---|---|
| Hardware | 250 bis 500 € Anschaffung | 0 € (Scanner bereits vorhanden) |
| Dedizierte Leitung | ca. 15 bis 25 €/Monat | 0 € |
| Verbrauchsmaterial | 60 bis 120 €/Jahr | 0 € |
| Dienst-Abonnement | — | 5 bis 15 €/Monat je nach Volumen |
| Wartung / Ausfall | variabel | inbegriffen |
| Über 5 Jahre | ≈ 1.500 bis 2.500 € | ≈ 300 bis 900 € |
Der Unterschied kommt nicht von der Hardware: Er kommt vom Abonnement für die dedizierte Leitung. Das ist der unsichtbare Posten, der seit zwölf Jahren auf der Anbieterrechnung steht, ohne dass ihn jemand mit einer tatsächlichen Nutzung abgleicht. Holen Sie vor jedem Kauf die Rechnung hervor und zählen Sie die in den letzten zwölf Monaten wirklich gesendeten und empfangenen Faxe. Viele Organisationen stellen bei dieser Gelegenheit fest, dass sie eine Leitung für sechs Faxe pro Jahr bezahlen.
Die Alternative zum gleichen Budget: Scanner + Onlinedienst
Wenn Ihr Bedarf überwiegend im Senden besteht, ist die beste Investition kein Fax, sondern ein guter Dokumentenscanner mit automatischem Einzug. Er digitalisiert Ihre Dokumente sauber, in Schwarzweiß mit 200 oder 300 dpi — genau das, was der Faxkanal erwartet, wie wir in Unleserliches Fax: Scan-Einstellungen richtig setzen erklären — und er taugt auch für alles andere: Archivierung, Einreichen von Belegen, Antwort auf eine Ausschreibung.
Ergänzt um einen Online-Versanddienst deckt er den Großteil der Anwendungsfälle zu einem Bruchteil der Kosten ab. Und für die seltenen eingehenden Faxe kostet eine Fax-to-E-Mail-Nummer bei einem Drittanbieter weniger als eine analoge Leitung.
Zwei Zubehörteile machen bei diesem Aufbau einen echten Unterschied: eine Ersatz-Einzugsrolle für den Vorlageneinzug (ein Verschleißteil, das nach einigen Tausend Seiten Doppeleinzüge verursacht) und — falls Sie sensible Unterlagen bearbeiten — ein Aktenvernichter mit Partikelschnitt für die Papieroriginale nach der Digitalisierung: Die DSGVO interessiert sich für den Verbleib des Papiers ebenso wie für den der Datei, wie wir in unserem Ratgeber Vertraulichkeit beim Fax in Erinnerung rufen.

Neu, generalüberholt oder gebraucht?
Der Markt für neue Faxgeräte beschränkt sich auf einige professionelle Multifunktionsgeräte der etablierten Hersteller. Daneben ist der Gebrauchtmarkt reichhaltig und günstig: Unternehmen trennen sich von ihren Geräten, während das Analognetz abgeschaltet wird.
- Neu: Garantie, gepflegte Treiber, verfügbares Verbrauchsmaterial. Gerechtfertigt, wenn das Gerät täglich im Einsatz ist.
- Professionell generalüberholt: guter Kompromiss, mit Garantie und bekanntem Seitenzähler. Verlangen Sie immer den Zählerstand: Ein Gerät mit 300.000 Seiten ist am Lebensende, wie gut es auch aussehen mag.
- Gebraucht von privat: riskant. Das Faxmodul kann defekt sein, ohne dass man es sieht, und Verbrauchsmaterial für ein eingestelltes Modell wird schnell unauffindbar oder unbezahlbar.
Prüfen Sie in jedem Fall die Verfügbarkeit des Toners vor dem Kauf, nicht danach. Das ist der häufigste Grund für eine vorzeitige Entsorgung.
Was mit dem ersetzten Gerät geschehen sollte
Ein Fax-Multifunktionsgerät enthält einen nichtflüchtigen Speicher, der die zuletzt empfangenen Seiten, das Verzeichnis der gewählten Nummern und mitunter ein vollständiges Adressbuch bewahrt. Führen Sie vor jedem Weiterverkauf, jeder Spende oder Entsorgung ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen über das Administrationsmenü durch — nicht nur das Löschen des sichtbaren Journals. Die Hersteller dokumentieren diesen Vorgang unter unterschiedlichen Bezeichnungen („Zurücksetzen der Netzwerk- und Benutzerdaten“, „Speicher löschen“).
Bei der Entsorgung gilt: Ein Fax ist ein Elektro- und Elektronikaltgerät (WEEE/DEEE). Es fällt unter die „1-zu-1“-Rücknahme beim Händler oder gehört zu einer zugelassenen Sammelstelle, unter der Ägide der staatlich zugelassenen Rücknahmesysteme. Es in den Sperrmüll zu geben, ist ein Verstoß. Wir haben dieses Thema ausführlich behandelt in Das Lebensende des Faxgeräts.
Häufig gestellte Fragen
Kann man 2026 noch ein neues Faxgerät kaufen?
Ja. Die großen Bürotechnikhersteller integrieren weiterhin ein Faxmodul in einen Teil ihrer professionellen Laser-Multifunktionsgeräte. Reine Faxgeräte sind aus dem Consumer-Markt hingegen nahezu verschwunden.
Funktioniert mein neues Fax an meinem Internetrouter?
Manchmal — und selten auf Anhieb. Am Telefonport eines Routers kommuniziert das Fax über VoIP: Oft muss man den Codec auf G.711 festlegen, Sprachpausenunterdrückung und Comfort Noise deaktivieren und die Sendegeschwindigkeit auf 14.400 bit/s absenken. Manche Anbieter garantieren den Faxdienst in ihren Tarifen schlicht gar nicht.
Braucht man eine dedizierte Leitung für das Fax?
Zwingend ist das nicht: Ein Modus zur „automatischen Erkennung“ erlaubt es, die Leitung zwischen Sprache und Fax zu teilen. Doch die gemeinsame Nutzung verschlechtert die Zuverlässigkeit, und eine dedizierte Leitung ist für eine Restnutzung teuer. Das ist häufig das entscheidende Argument für eine Onlinelösung.
Birgt ein generalüberholtes Fax ein Risiko von Datenlecks?
Ja, wenn der Verkäufer den Speicher nicht gelöscht hat. Verlangen Sie eine Löschbestätigung und führen Sie bei Erhalt selbst noch einmal ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen durch. Dieselbe Überlegung gilt, wenn Sie Ihr eigenes Gerät abgeben.
Wie lange bleibt die analoge Leitung verfügbar?
Das hängt strikt von Ihrer Adresse ab. Die Abschaltungen erfolgen in Gemeindepaketen, die Orange unter Aufsicht der Arcep vorab ankündigt. Fragen Sie Ihren Anbieter nach dem für Ihren Anschlusspunkt geltenden Zeitplan, bevor Sie eine Anschaffung auf fünf Jahre tätigen.
Fazit
- Nicht die Hardware ist das Thema, sondern die Leitung. Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Anschluss noch analog ist oder bereits auf VoIP läuft.
- Vier Profile rechtfertigen einen Kauf noch: sofortiger Papierempfang, vertragliche Vorgabe, abgelegener Standort, Notfallersatz in einem abgeschriebenen Bestand.
- Die Kriterien, die zählen, sind ECM, Geschwindigkeits-Fallback, Empfangsspeicher und Seitenkosten — nicht die theoretische Modemgeschwindigkeit.
- Der Monochrom-Laser setzt sich gegenüber dem Tintenstrahler durch, wenn das Gerät nur unregelmäßig genutzt wird.
- Über fünf Jahre wiegt das Abonnement der dedizierten Leitung schwerer als das Gerät. Zählen Sie Ihre tatsächlichen Faxe über zwölf Monate, bevor Sie entscheiden.
- Wer nur senden muss, fährt mit einem Scanner mit Vorlageneinzug plus Onlinedienst deutlich günstiger — und mit MondialFax lässt sich kostenlos und ohne Registrierung ein Fax senden in sieben Zielländer.
- Löschen Sie den Speicher des alten Geräts und geben Sie es in die Elektroaltgeräte-Entsorgung.
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