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Von L'équipe MondialFax

Fax ins Ausland: Warum Ihre Sendungen von Land zu Land scheitern

Ein Fax, das problemlos nach Paris geht und systematisch nach Mailand oder Toronto scheitert, ist fast nie das Opfer einer falschen Nummer. Zwischen nationalen All-IP-Migrationen, Einstellungen zur Übertragungsrate und unterschiedlichen Signaltönen hat jedes Land seine eigenen Fallstricke. So erkennen und umgehen Sie sie.

Kurze Antwort: Wenn ein Fax problemlos nach Frankreich geht, aber nach Deutschland, Italien oder Kanada scheitert, liegt es selten an der Nummer. Fast immer liegt die Ursache in der Übertragungskette: Das Zielland hat sein Netz auf All-IP umgestellt, das zwischengeschaltete Gateway verschlechtert das Signal, oder das empfangende Faxgerät handelt eine Übertragungsrate aus, die die Verbindung nicht trägt. Die drei Reflexe, die die Mehrzahl der Fälle lösen: das strikte internationale Format prüfen (+ Ländervorwahl, nationale Rufnummer ohne führende Null), eine niedrige Übertragungsrate erzwingen (9.600 bit/s) und die Fehlerkorrektur ECM aktivieren. Der Rest sind nationale Besonderheiten, die im Folgenden erläutert werden.

Über MondialFax. Dieser Artikel ist ein unabhängiger technischer Leitfaden. MondialFax versendet Faxe kostenlos und ohne Registrierung an sieben Ziele (Frankreich, Belgien, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal, Kanada). Es vergibt keine Rufnummer und bietet keinen Empfang an: Die hier erwähnten Empfangsszenarien setzen einen Drittanbieter voraus. Siehe Fax empfangen und unseren Leitfaden Fax-to-E-Mail.

Es gibt einen Satz, den man in Exportabteilungen, international tätigen Anwaltskanzleien und bei Spediteuren immer wieder hört: „Bei uns funktioniert es, aber nicht nach Italien." Er ist ärgerlich, weil er irrational wirkt. Fax ist ein genormtes Protokoll – die Empfehlung T.30 der ITU stammt aus dem Jahr 1980 und hat ihre Logik seither nicht geändert. Ein Mailänder und ein Lyoner Faxgerät sprechen exakt dieselbe Sprache.

Nur sprechen sie seit rund fünfzehn Jahren nicht mehr durch dasselbe Telefon. Zwischen den beiden Maschinen liegt kein durchgehender Kupferkreis mehr, sondern eine Abfolge von Umwandlungen: analog → digital → IP-Pakete → analog, ausgeführt von Geräten, die für den Transport menschlicher Sprache konzipiert wurden, nicht für modulierte Tonfolgen. Und jedes Land hat diese Umstellungen in seinem eigenen Tempo und mit eigenen technischen Entscheidungen vollzogen.

Genau dort verstecken sich die Fehlschläge.

Netzwerktechniker mit Laptop vor einem Patchfeld voller Kabel

Schritt 1: Das Nummernproblem ausschließen

Vor allen technischen Überlegungen muss die banalste – und mit Abstand häufigste – Ursache ausgeschlossen werden. Jedes fünfte internationale Fax scheitert, weil die Nummer falsch aufgebaut ist.

Die Nullregel

Die führende Null einer nationalen Rufnummer wird niemals nach einer Ländervorwahl gewählt. Eine deutsche Nummer, die als 030 12345678 notiert ist, wird als +49 30 12345678 gewählt. Eine italienische Nummer, die als 02 1234567 notiert ist, wird als +39 02 1234567 gewählt – und das ist die Ausnahme, über die alle stolpern: Italien behält seine Null im internationalen Format bei, anders als Frankreich, Deutschland, Spanien oder das Vereinigte Königreich.

LandVorwahlNationale RufnummerInternationales Format
Frankreich+3301 42 xx xx xx+33 1 42 xx xx xx
Belgien+3202 xxx xx xx+32 2 xxx xx xx
Deutschland+49030 xxxxxxx+49 30 xxxxxxx
Spanien+3491 xxx xx xx+34 91 xxx xx xx (keine Null)
Italien+3902 xxxxxxx+39 02 xxxxxxx (Null bleibt)
Portugal+35121 xxx xxxx+351 21 xxx xxxx (keine Null)
Kanada+1(514) xxx-xxxx+1 514 xxx xxxx

Spanien und Portugal haben keine führende Null: Ihre Nummerierung ist geschlossen und neunstellig, was alles vereinfacht. Kanada teilt sich die Vorwahl +1 mit den Vereinigten Staaten im Rahmen des nordamerikanischen Nummerierungsplans (NANP) – ein Fax nach Montreal wird also genau so gewählt wie ein Fax nach Chicago, lediglich die Regionalvorwahl ändert sich.

Die Verkehrsausscheidungsziffer

Von einem analogen Faxgerät an einer klassischen Leitung aus existiert das + nicht: Man muss die internationale Verkehrsausscheidungsziffer wählen, die in der gesamten Europäischen Union 00 lautet (CEPT-Norm) und in Nordamerika 011. Von einer Telefonanlage aus kommt noch die Amtsholung hinzu – häufig 0 oder 9. Daraus ergeben sich endlose Nummern der Art 0 00 39 02 …, die so manche Meldung „Nummer nicht vergeben" erklären.

Unser eigener Leitfaden geht ins Detail: Fax ins Ausland senden.

Schritt 2: Verstehen, was jedes Land aus seinem Netz gemacht hat

Das ist der Kern der Sache. Länderspezifische Fehlschläge sind kein Aberglaube: Sie spiegeln reale Migrationszeitpläne wider.

Deutschland: die am weitesten fortgeschrittene Migration

Die Deutsche Telekom hat den Großteil ihrer Umstellung auf All-IP bereits Ende der 2010er-Jahre abgeschlossen. Konkret gibt es in deutschen Unternehmen praktisch keine nativen ISDN- oder Analogleitungen mehr: Das Faxgerät auf der Gegenseite hängt am FXS-Port eines Routers, bestenfalls hinter einem G.711-Codec, schlimmstenfalls hinter einem komprimierten Codec.

Praktische Folge: Ein Fax nach Deutschland gelingt umso besser, je langsamer es ist. Statt der standardmäßigen 33.600 bit/s 9.600 bit/s zu erzwingen, verringert die Anfälligkeit für Mikro-Paketverluste. Das ist kontraintuitiv – man glaubt, mit höherer Rate Zeit zu sparen – aber eine Seite, die mit 9.600 bit/s losgeht und ankommt, ist unendlich viel mehr wert als sechs Versuche mit 33.600.

Italien: der lange Schwanz der Altleitungen

TIM (ehemals Telecom Italia) hat seine Migration schrittweise vollzogen, mit starken regionalen Unterschieden. Ergebnis: Sie können es mit einem noch rein analogen Gegenüber in Bari und einem All-IP-Gegenüber in Mailand zu tun haben, ohne es zu wissen. Die Symptome unterscheiden sich: Auf Altleitungen ist ein scheiterndes italienisches Fax oft ein Problem der Tonerkennung (der italienische Besetztton hat eine andere Taktung als der französische, und manche günstigen Faxgeräte interpretieren ihn falsch); auf IP-Leitungen ist es der klassische Abbruch mitten in der Seite.

Spanien und Portugal: Glasfaser als Norm

Spanien und Portugal gehören zu den am stärksten mit Glasfaser ausgebauten Ländern Europas. Movistar, Vodafone España, MEO oder NOS haben ihre Geschäftskunden massiv auf Glasfaseranschlüsse mit SIP-Telefonie umgestellt. Die Folge liegt auf der Hand: Das Analogfax ist dort selten geworden, und viele auf institutionellen Websites veröffentlichte Faxnummern sind in Wirklichkeit virtuelle Faxdienste, die als PDF empfangen. Die gute Nachricht: Diese Dienste nehmen Anrufe in der Regel sehr gut an, sofern die Aushandlung über T.38 oder unkomprimiertes G.711 erfolgt.

Kanada: Entfernung und Codecs

Auf dem Weg nach Kanada durchläuft das Fax einen internationalen Transitanbieter. Die Transatlantikverbindungen fügen eine Latenz von etwa 80 bis 120 ms hinzu, was für Sprache an sich kein Problem ist, aber bei schlecht eingestellten Geräten manche T.30-Zeitgeber ablaufen lassen kann. Die großen kanadischen Anbieter – Bell, Telus, Rogers – haben ihre Netzkerne weitgehend modernisiert. Auch hier gilt: niedrige Übertragungsrate, ECM aktiv, Geduld.

Frankreich: das Ende des Kupfers im Hintergrund

Auf französischer Seite schreitet die von Orange unter Aufsicht der Arcep gesteuerte Abschaltung des Kupfernetzes Los für Los voran, mit regelmäßig angekündigten Anpassungen des Zeitplans. Für den Faxabsender bedeutet das: Auch die Sendeleitung selbst wird irgendwann verschwinden. Die Frage der Rufnummernmitnahme haben wir in Faxnummer nach dem Ende des Festnetzes behalten behandelt, die Mechanik von T.38 in Fax über VoIP: Warum T.38 scheitert.

Blaue Netzwerkkabel an den Ports eines Switches in einem Telekommunikationsschrank

Schritt 3: Die Einstellungen, die alles verändern

Hier ist die Reihenfolge, die wir empfehlen, bevor Sie das Zielland verantwortlich machen.

1. Die Sendegeschwindigkeit senken. In den Menüs „Faxeinstellungen" → „Übertragungsgeschwindigkeit" oder „Modem Speed" auf 9.600 bit/s (V.29) heruntergehen. Bei professionellen Geräten heißt diese Option manchmal „VoIP-Kompatibilität" und nimmt die Einstellung selbstständig vor.

2. ECM (Error Correction Mode) aktivieren. ECM überträgt beschädigte Blöcke erneut, statt die Seite abzubrechen. Auf einer paketvermittelten internationalen Verbindung ist das der Unterschied zwischen einem unleserlichen und einem sauberen Fax. Bei den meisten neueren Faxgeräten ist ECM standardmäßig aktiviert, bei vielen Einsteiger-Multifunktionsgeräten jedoch deaktiviert.

3. Die JBIG-Komprimierung deaktivieren. Diese fortgeschrittene Komprimierung wird nicht von allen Geräten verstanden. Bei internationalen Sendungen erzeugt sie stille Fehlschläge. Rückfallebene: MMR oder MH.

4. Die Auflösung reduzieren. Eine Seite mit 200×200 dpi (Feinauflösung) geht doppelt so schnell durch wie mit 400×400. Bei einem zehnseitigen Dokument nach Kanada kann das den Unterschied ausmachen zwischen einer erfolgreichen Übertragung und einem Abbruch auf Seite sieben. Ist das Ausgangsdokument schlecht gescannt, liegt das Problem weiter vorn: Ein ordentlicher Scanner mit automatischem Einzug behebt mehr unleserliche Faxe als jede Modemeinstellung. Siehe auch unseren Leitfaden unleserliches Fax.

5. Stromversorgung und Verkabelung prüfen. Das klingt trivial, aber ein kurzes, hochwertiges geschirmtes RJ11-Telefonkabel verhindert Störungen, die sich beim Empfang als schwarze Streifen zeigen. Gleiches gilt für einen Überspannungsschutz für die Telefonleitung an gewitteranfälligen Standorten.

Schritt 4: Wenn das Problem nicht mehr bei Ihnen liegt

Irgendwann sind alle Einstellungen korrekt und der Fehlschlag bleibt bestehen. Dann bleiben drei Hypothesen.

  • Die Nummer ist kein Fax mehr. Viele Organisationen haben ihre auf dem Briefkopf gedruckte Nummer beibehalten, nachdem sie das Gerät abgeklemmt hatten. Der Test: die Nummer von einem Telefon aus anrufen. Hören Sie eine Stimme oder eine Mailbox, steckt kein Faxgerät mehr dahinter.
  • Der Empfänger filtert internationale Anrufe. Manche Telefonanlagen blockieren eingehende Anrufe aus dem Ausland, insbesondere im öffentlichen Sektor. Dann muss man über einen lokalen Ansprechpartner gehen.
  • Das Zielfaxgerät ist ausgelastet. Eine Maschine ohne Papier und mit vollem Speicher nimmt keine Anrufe an. Das ist montagmorgens in Kanzleien und Rathäusern häufig der Fall.

In allen drei Fällen ist der Ausweg derselbe: den Empfänger anrufen. Ein Anruf von dreißig Sekunden ersetzt zwei Stunden Fehlersuche.

Braucht man für internationale Faxe noch ein Faxgerät?

Ehrlich gesagt nein – außer man benötigt den Empfang auf Papier. Für das Senden ins Ausland eliminiert ein Onlinedienst auf einen Schlag die Hälfte der Variablen: keine Analogleitung mehr bei Ihnen, keine Umwandlung beim Senden, keine Einstellung der Übertragungsrate. Das Gateway des Anbieters ist bereits auf internationalen Transit ausgelegt und handelt mit dem Zielnetz das bestmögliche Profil aus.

Bleibt, das Dokument richtig vorzubereiten. Ein kontraststarkes Schwarz-Weiß-PDF, Seiten im Format A4, ohne grauen Hintergrund, kommt immer besser durch als ein komprimierter Farbscan. Zum täglichen Digitalisieren ohne Multifunktionsgerät genügt ein tragbarer USB-Scanner oder schlicht eine Scan-App auf dem Smartphone – siehe Fax vom Smartphone senden.

Und wenn das Dokument vertraulich ist – Patientenakte, Verfahrensunterlage, Vertrag –, stellt sich die Frage des Kanals noch vor der Frage des Landes: Unser Vergleich Fax oder sichere Messaging-Lösung erläutert, was jede Option im Hinblick auf die DSGVO tatsächlich garantiert.

Techniker in oranger Warnweste und weißem Helm trägt eine Rolle blauer Kabel durch eine Straße

Häufig gestellte Fragen

Warum kommt mein Fax nach Frankreich durch, aber nicht nach Deutschland?

Weil das deutsche Netz nahezu vollständig auf All-IP umgestellt ist. Ihr Faxgerät handelt eine hohe Übertragungsrate aus, die die Umwandlungskette nicht verkraftet. Erzwingen Sie 9.600 bit/s, aktivieren Sie ECM und deaktivieren Sie JBIG.

Muss man die Null in einer italienischen Faxnummer beibehalten?

Ja. Italien ist eine der wenigen europäischen Ausnahmen: Die Null der Regionalvorwahlen gehört zur Rufnummer und wird nach der +39 gewählt. Für Deutschland, Frankreich, Belgien oder das Vereinigte Königreich entfällt sie.

Funktioniert T.38 international überall?

Nein. T.38 muss durchgehend unterstützt werden oder zumindest von den Gateways an beiden Enden. Bei einem internationalen Anruf über mehrere Transitanbieter fällt die Aushandlung häufig auf G.711-Passthrough zurück. Das ist akzeptabel, wenn die Verbindung stabil und die Übertragungsrate niedrig ist.

Wie lange dauert ein internationales Fax?

Rechnen Sie mit etwa 45 bis 60 Sekunden pro Seite bei 9.600 bit/s in Standardauflösung, ohne die Aushandlungszeit (10 bis 20 Sekunden). Eine zehnseitige Übertragung nach Kanada kann also zehn Minuten dauern.

Hat ein Sendebericht im Ausland denselben Wert?

Der Sendebericht belegt, dass ein Anruf zu einer bestimmten Nummer zustande gekommen ist, nicht dass das Dokument gelesen wurde – und diese Grenze gilt in allen Ländern. Die Beweiskraft hängt anschließend vom Recht des betreffenden Landes ab. Siehe Rechtliche Gültigkeit des Fax.

Zusammenfassung

  • Zuerst die Nummer: striktes internationales Format, nationale Null entfällt außer in Italien, Verkehrsausscheidungsziffer 00 in Europa und 011 in Nordamerika.
  • Das Zielland bestimmt die Strategie: Deutschland und die Iberische Halbinsel überwiegend All-IP, Italien heterogen, Kanada durch die transatlantische Latenz benachteiligt.
  • Drei Einstellungen lösen die meisten Fehlschläge: Übertragungsrate auf 9.600 bit/s, ECM aktiviert, JBIG deaktiviert.
  • Auflösung und Scanqualität zählen genauso viel wie das Modem: Ein sauberes Dokument mit 200×200 dpi kommt besser durch als ein schwerer Scan in hoher Auflösung.
  • Wenn alles stimmt und es trotzdem scheitert, liegt das Problem auf der Gegenseite: eine Nummer, hinter der kein Fax mehr steckt, Filterung internationaler Anrufe, überlastetes Gerät. Ein Telefonanruf schafft Klarheit.
  • Für reines Senden eliminiert ein Onlinedienst die Hälfte der Variablen – und beseitigt die Abhängigkeit von einer Analogleitung, die mit dem Ende des Kupfernetzes ohnehin verschwinden wird.

Schlagwörterfaxdestinationsvoip

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