Fax, E-Mail oder Einschreiben
Sieben Kriterien, drei Wege und die Frage, die wirklich entscheidet.
Der richtige Weg hängt davon ab, was Sie später belegen müssen. Die E-Mail ist am schnellsten und bequemsten, kann aber unbemerkt herausgefiltert werden. Das Fax liefert eine Bestätigung, die das Empfangsgerät selbst ausstellt, in ein bis zwei Minuten und kostenlos. Das Einschreiben ist am langsamsten und als Einziges kostenpflichtig, aber rechtlich am genauesten geregelt. In der Praxis lautet die Frage fast nie, was besser ist, sondern was Ihr Empfänger akzeptiert und was Sie beweisen müssen.
Der Vergleich
Sieben Kriterien, die im Alltag wirklich einen Unterschied machen. Die Felder sagen, was jeder Weg tut, nicht was er verspricht.
| Kriterium | Fax | Einschreiben | |
|---|---|---|---|
| Zustellbestätigung | Vom Empfangsgerät ausgestellt, Seite für Seite. | Freiwillige Lesebestätigung, die der Empfänger abschalten kann. | Einlieferungs- und Zustellnachweis des Postdienstleisters. |
| Stilles Scheitern möglich | Nein. Die Übertragung gelingt oder meldet ihr Scheitern. | Ja. Spamfilter, Sicherheits-Gateway oder Ablehnung ohne verlässliche Meldung. | Nein. Eine nicht abgeholte Sendung geht an den Absender zurück. |
| Dauer | Ein bis zwei Minuten. | Wenige Sekunden. | Ein bis mehrere Werktage. |
| Kosten | Auf MondialFax kostenlos, ohne Kontingent und ohne Anmeldung. | Kostenlos. | Einige Euro je Sendung. |
| Absenderidentität | Die Rufnummer reist mit der Seite mit. Eine zugeteilte Leitung zu fälschen ist schwer. | Die Absenderadresse lässt sich fälschen; SPF und DKIM senken das Risiko, beseitigen es aber nicht. | Identität je nach gewählter Variante bei der Einlieferung erfasst. |
| Was tatsächlich übertragen wird | Ein Seitenbild. Keine ausführbare Datei, kein anklickbarer Link. | Jedes Format, wobei Anhänge unterwegs mitunter blockiert werden. | Papier oder je nach Variante eine elektronische Sendung. |
| Von Stellen akzeptiert | Im Gesundheitswesen, bei Gerichten und Behörden häufig verlangt. | Von Stelle zu Stelle verschieden, für formelle Eingaben oft abgelehnt. | Erforderlich, sobald ein Akt förmlich zugestellt werden muss. |
Wann welcher Weg
Nehmen Sie die E-Mail
Wenn Tempo zählt, wenn Ihr Gegenüber ohnehin antwortet und wenn in einem halben Jahr niemand etwas belegen muss. Sie ist der Standardweg, und das zu Recht.
Nehmen Sie das Fax
Wenn der Empfänger Ihnen eine Faxnummer nennt — er entscheidet —, wenn Sie eine sofortige Bestätigung von seinem Gerät wollen oder wenn Ihr Dokument ankommen soll, ohne durch ein fremdgehostetes Postfach zu laufen.
Nehmen Sie das Einschreiben
Wenn eine Vorschrift, ein Vertrag oder ein Verfahren es ausdrücklich verlangt oder wenn das Zugangsdatum belastbar sein muss. Dauer und Kosten sind der Preis eines weit genaueren Rechtsrahmens.
Zur Rechtswirkung, genau gesagt
Keiner dieser drei Wege hat „die“ Rechtswirkung an sich: Das hängt vom Land, von der Art des Vorgangs und davon ab, was der anwendbare Vertrag oder die anwendbare Vorschrift vorsieht. Überall gilt jedoch: Belegen lässt sich nur, wovon eine Spur bleibt — und die drei Wege hinterlassen nicht dieselbe Spur.
Das Fax erzeugt einen Sendebericht, den das empfangende Gerät ausstellt. Die E-Mail erzeugt technische Kopfzeilen und gegebenenfalls eine Lesebestätigung, über die der Empfänger bestimmt. Das Einschreiben erzeugt ein Dokument eines unabhängigen Dritten, und genau das erkennt das Recht daran an. Wenn Ihre Sendung vor Gericht landen könnte, fragen Sie eine Rechtsberatung, welcher Weg in Ihrer Lage nötig ist: Diese Seite vergleicht technische Eigenschaften und ersetzt keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen
- Ist ein Fax mehr wert als eine E-Mail?
- Es hinterlässt eine andere Spur, ausgestellt vom Gerät des Empfängers statt von einem Zwischenserver, und es kann nicht still herausgefiltert werden. Ist es deshalb vor Gericht mehr wert? Das hängt vom Land und von der Art des Vorgangs ab und ist eine Frage an eine Rechtsberatung, nicht an einen technischen Vergleich.
- Kann ich ein Einschreiben durch ein Fax ersetzen?
- Nicht, wenn eine Vorschrift oder ein Vertrag das Einschreiben ausdrücklich verlangt: Dann taugt kein anderer Weg. Sinnvoll ist das Fax dagegen, wenn ein Dokument schnell bei einem Empfänger ankommen soll, der es per Fax verlangt.
- Warum verlangen manche Stellen noch ein Fax?
- Weil die Bestätigung von ihrem eigenen Gerät kommt, weil das Dokument nicht in einem fremdgehosteten Postfach landet und weil ihre internen Abläufe seit Langem darauf aufbauen. Den Weg gibt der Empfänger vor, nie der Absender.
- Ist das Fax sicherer als die E-Mail?
- In einem Punkt ja: Übertragen wird ein Seitenbild, ohne anklickbare Links und ohne ausführbare Dateien, womit die häufigsten Phishing-Wege wegfallen. Dafür liegt eine empfangene Seite ausgedruckt auf einem Gerät, das andere einsehen können. Beide Wege haben Schwächen, nur eben nicht dieselben.
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- Eine Technik von 1980, weiterhin im Einsatz: Die Gründe sind technischer und organisatorischer Natur, nicht sentimentaler.
- Von der eingescannten Seite bis zum ausgedruckten Dokument am anderen Ende, Schritt für Schritt.